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Deckblatt Als wäre nichts gewesen
Erzählungen, Erinnerungen, Gedichte
von Maria Hauser
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Friederike Haiberger

Bei uns in Plötzenreith

Ein geredeter Roman

Stück

Deckblatt Bindeart: geb.
Format: 16 x 24 cm
Seiten: 246
Preis: 19,50 €
ISBN: 3-902427-20-5

An einem Sommermorgen des Jahres 1960 beginnt für Inge "der Ernst des Lebens". Sie tritt in Linz den Posten einer Haushaltshilfe an. Von diesem Moment an kann ihr der leser über vier Jahre lang, bis sie achtzehn ist, regelrecht zuhören, wie das Aufwachsen in einem Mühlviertler Dorf war. Das Buch ist ein einzigartiger und völlig ungenierter Monolog, die Inge redet, wie ihr der Schnabel gewachsen ist, und wir erfahren, wie das junge Leben funktionierte, als es noch keine Beatles, kein Ö3 und keine Miniröcke gab.

Einige Zitate aus dem Buch:

„... hat sich bezüglich Rang und Stellung seit dem Mittelalter nichts geändert. 24 Höfe, drei Häusl und drei Mietsparteien. Das sind bei uns, sagen wir, 20 Gesellschaftsschichten. Weil ein paar Bauern stehen gleich gut da, der Märzinger und der Reintaler auch eine Klasse für sich, dann kommen die Wohnungsleute. Vorher noch der Roiß, dann erst der Zeller, die Großmutter und die Mutter. Die Dienstboten zählen nicht und die Irrganglsippschaft ist sowieso das Allerletzte.“

„Zum Schluss hat der Direktor gesagt, dass wir im Großen und Ganzen eh eine brave Klasse gewesen sind. Da ist mir eingefallen, wie der Hermann in der Mathestunde auf einem Radiergummi herumgebissen und behauptet hat, es sei Kautabak. Bis der Direktor aufmerksam geworden ist. Erst hat der Direktor die Farbe gewechselt, dann der Hermann. Weil so schnell kannst du gar nicht schauen, hat ihn der Direx durch die Klasse gefotzt, dass er gegen die Tafel gedonnert ist und den Gummi verschluckt hat. Blau wie ein Bund Veilchen hat er nach Luft gejapst, dass ich gedacht habe, jetzt und dann fällt er tot um.“

„Die Gnäfrau geht voraus ins Haus. Mein lieber Schwan, da schaut das Vorhaus schon respektgebietend aus. Und erst das Wohnzimmer! Wie im Museum, wo man nichts angreifen darf, so kostbar. In einem Glaskasten stehen Bücher mit goldenen Buchstaben auf dem Rücken, nach Farben gereiht. Ein halber Meter blaue, ein halber Meter dunkelrote, ein halber Meter ... So, jetzt stehe ich auf dem Teppich, mit meinen Schuhen an, weil ich vor lauter Aufregung vergessen habe, dass ich im Vorhaus die Schuhe ausziehe.“


Auszug aus dem Inhalt

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